Windows 10 in der Arztpraxis

Wie erhalten Sie Windows® 10?

Derzeit wird Microsoft Windows® 10 für einen begrenzten Zeitraum (voraussichtlich bis 31.12.2017) auf Computern, die mit dem Internet verbunden und upgradefähig sind, über das so genannte GWX-Tool (Get Windows® 10) verteilt. Dabei erhalten Sie eine kostenlose Windows® 10 Lizenz entsprechend Ihrer aktuell installierten Lizenz (z. B. bei installiertem Windows® 7 oder 8.1 Professional 64 Bit bekommen Sie Windows® 10 Professional 64 Bit). Ein Taskleistensymbol mit der Windows-Flagge befindet sich unten rechts im Systemtray bei der Uhrzeit. Wenn Sie darauf klicken, erhalten Sie weitere Hinweise für die Aktualisierung.

Sollten Sie kein upgradefähiges System einsetzen oder nicht mit dem Internet verbunden sein, können Sie eine Windows® 10 Lizenz käuflich erwerben und eine Neuinstallation vornehmen lassen. Ob Ihr System zu Windows® 10 kompatibel ist, kann von Data-AL nicht pauschal beantwortet werden.

Der Installationsvorgang kann längere Zeit in Anspruch nehmen und sollte daher nicht während des Praxisbetriebes oder unmittelbar davor erfolgen.

Bei allen Fragen rund um Windows® 10 steht Ihnen Ihr Data Solution Center gerne mit Rat und Tat zur Seite. Bitte beachten Sie, dass die Inanspruchnahme von Leistungen durch Ihr Data Solution Center kostenpflichtig sind.

Können Sie Windows® 10 „einfach so“ auf allen Praxisrechnern installieren?

Diese Frage kann pauschal nicht beantwortet werden. Ob ein Praxiscomputer mit Windows® 10 betrieben werden kann, hängt zunächst von der installierten Hardware ab – der Computer muss die Hard- und Softwarevoraussetzungen des Herstellers erfüllen.

Darüber hinaus ist es jedoch von größter Bedeutung, dass jede installierte Komponente – besonders im Bereich der Medizintechnik – eine explizite Freigabe des jeweiligen Herstellers für Windows® 10 erhalten hat. Lassen Sie sich das bitte unbedingt vor Inbetriebnahme von Windows® 10 in Ihren Praxisräumen durch den jeweiligen Hersteller bestätigen. Dazu zählen auch angebundene Geräte wie Drucker, Kartenlesegeräte, Framegrabber-Karten usw.

Erteilt beispielsweise ein Hersteller von Medizintechnik-Anwendungen wie EKG- oder Ultraschall-Geräten explizit keine Freigabe für Windows® 10, sollten Sie zumindest an dem jeweiligen EKG- oder Sono-Computer von einer Installation von Windows® 10 zunächst absehen, bis auch hier die Freigabe vorliegt.

Was ist, wenn Ihnen Windows® 10 Upgrade nach der Aktualisierung nicht gefällt und Sie Ihr „altes“ Windows® wiederhaben möchten?

Innerhalb von einem Monat nach der Aktualisierung Ihres Betriebssystems Windows® 7 oder 8.1 auf Windows 10 können Sie auf das vorherige Windows downgraden – also wieder zurückwechseln. Installierte Programme und Dateien werden dabei i. d. R. nicht gelöscht (bitte den übernächsten Punkt „Datensicherung“ beachten!).

Wie kann man zu der vorigen Version zurückkehren?

Klicken Sie unten links auf „Start“ und „Einstellungen“. Wechseln Sie auf „Update und Sicherheit“ und schließlich auf „Wiederherstellung“. Im Bereich „Zu Windows… zurückkehren“ können Sie das Downgrade durch Klick auf „Los geht´s“ durchführen.

Dieser Vorgang kann einige Zeit in Anspruch nehmen; ein Neustart des Computers ist notwendig. Bitte planen Sie den Vorgang nicht während des Praxisbetriebes ein.

Die Rückkehr-Funktion steht nicht zur Verfügung, wenn:

  • Windows® 10 von Grund auf neu installiert wurde (ohne Upgrade einer bestehenden Windows® 7 oder 8.1 Installation)
  • Der Zeitpunkt der Aktualisierung länger als einen Monat zurückliegt

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Die Datensicherung – Sicherheit geht vor!

Auf dem Server in Ihrer Praxis (also dem Praxiscomputer, auf dem Data-AL installiert ist) muss unmittelbar vor der Installation von Windows® 10 eine Sicherung des kompletten Datenbestands erfolgen. Data-AL haftet nicht für Datenverlust.

Tip: Sie können sich mit Hilfe Ihres Data Solution Center Praxisbetreuers auch zusätzlich ein Image (Systemabbild) Ihres Systems erstellen lassen, damit im Falle eines Falles der Ursprungszustand 1:1 schnellstmöglich wieder hergestellt werden kann.

Auf Nebenarbeitsplätzen (Clients) empfehlen wir, eine Sicherung des Datenbestands vor Installation von Windows® 10 durchzuführen.

Jede eingesetzte Hard- oder Software (z. B. bei Anwendungen oder Geräte für die Datensicherung oder bei Schutzsoftware wie Antivirenscannern) muss eine Hersteller-Freigabe für Windows 10 erhalten haben, bevor Windows® 10 in Betrieb genommen wird.

Windows as a service – für immer Windows® 10?

Windows® 10 wird im Gegensatz zu den bisherigen Windows-Versionen von Microsoft nun als „Windows as a service“ vertrieben. Das bedeutet, es wird nach aktuellem Informationsstand künftig keine weiteren Windows-Versionen nach bisheriger Bezeichnung (z. B. Windows 11, 12, 13…) mehr geben.

Neue Funktionen wurden bisher mit der jeweils nächsten Betriebssystem-Generation veröffentlicht. Unter Windows® 10 erfolgen hingegen sogenannte Funktionsupdates bei bestehender Internetverbindung über das Windows Update. Nach außen hin haben Sie also künftig immer ein Windows® 10, „unter der Haube“ jedoch erkennen Sie die tatsächliche Windows-Version nur noch anhand der vier- bzw. fünfstelligen Versions- respektive der „Build“-Angabe.

Wo finden Sie diese Informationen in Windows® 10?

Klicken Sie auf den Windows-Startknopf unten links und wählen Sie dann in den alphabetisch sortierten Programmliste „Einstellungen“. Wählen Sie dann „System“ und schließlich „Info“ an. Hier stehen die Angaben zu Version bzw. die Betriebssystembuild-Nummer.

Win-10_InfoAnsicht vergrößert:
Win-10_Info2

Was bedeutet das für die Freigabe von Data-AL auf Windows® 10?

Data-AL wird künftig für einen bestimmten Versionsstand / eine bestimmte Betriebssystembuild-Nummer von Windows® 10 freigegeben; alle neueren Versionen sind nicht freigegeben. Wir müssen die jeweils neuen Versionen zunächst vorab intern testen und ggf. anpassen, bevor wir eine Freigabe erteilen können.

Es ist jedoch möglich, dass Sie diese Funktionsupdates völlig automatisch über die Windows-Updates erhalten, wenn Ihr System entsprechend eingestellt und mit dem Internet verbunden ist.

Wie verhindern Sie in Windows® 10, dass Sie Funktionsupdates (ehemals Feature-Upgrades) unbeabsichtigt sofort nach Erscheinen über die automatischen Windows Updates erhalten?

Klicken Sie auf den Windows-Startknopf unten links und dann in der alphabetisch sortierten Programmliste auf „Einstellungen“. Wählen Sie dann „Update und Sicherheit“. Sie befinden sich automatisch auf dem aktiven Tab „Windows Update“. Im rechten Fensterbereich klicken Sie bitte auf den Eintrag „Erweiterte Optionen“.

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Im Bereich „Installationszeitpunkt für Updates auswählen“ können Sie nun entscheiden, in welchem der beiden zur Verfügung stehenden Kanäle Sie Ihre Updates erhalten möchten. Microsoft hat diesen Bereich, der vormals als Current Branch (CB) bzw. Current Branch for Business (CBB) bezeichnet wurde, nun in andere Begrifflichkeiten abgeändert. Wir empfehlen, die Einstellung „Semi-Annual Channel“ zu verwenden. Bitte beachten Sie, dass dieser Kanal unter der (von uns nicht unterstützten) Windows 10 Home-Version nicht zur Verfügung steht.

Branch

Weiterführende Informationen zu den Kanälen erhalten Sie auf dieser Webseite.

Zudem können Sie den Zeitpunkt für den Erhalt von Funktionsupdates nun um bis zu 365 Tage verzögern. Wählen Sie hierfür über die Dropdown-Liste den entsprechenden Wert. Wir empfehlen einen Wert, der bei 180 Tagen liegt. Da es laut aktuellen Informationen pro Jahr zwei Funktionsupdates geben wird, bleibt Ihr Windows mit einer Einstellung von 180 Tagen immer ein komplettes Funktionsupdate im Verzug. Dies ermöglicht es unserer Entwicklungsabteilung, auf kommende Veränderungen besser reagieren zu können.

Die darunter zur Verfügung stehenden Qualitätsupdates können um bis zu 30 Tage verzögert werden. Dabei handelt es sich um kumulierte Updatepakete, die – entsprechend datiert – monatlich durch das Windows Update ausgeliefert werden. In Bezug auf das im November 2017 aufgetretene Problem mit einem Qualitätsupdate, welches die Funktion einiger Epson- und Oki-Druckermodelle beeinträchtigt hat, empfehlen wir, einen Wert zwischen 15-30 Tagen auszuwählen.

Wichtig: Es ist in Windows® 10 nicht vorgesehen, den Erhalt von Funktionsupdates komplett zu verhindern oder gar abzuschalten. Spätestens nach 365 Tagen wird ein zurückgestelltes Funktionsupdate automatisch installiert.

Reguläre Sicherheitsupdates erhalten Sie auch dann, wenn die Funktionsupdates zurückgestellt wurden.

Nutzen Sie weitere Microsoft-Produkte wie z. B. Microsoft Office®, setzen Sie den Haken bei:

Win-10_weitereProdukte

Um das Neustartverhalten nach installierten Windows-Updates zu beeinflussen, können Sie im Einstellungsfenster „Windows Update“ unter „Neustartoptionen“ entsprechende Änderungen vornehmen.

Was können Sie machen, wenn Sie unter Windows® 10 ein von Data-AL noch nicht freigegebenes Funktionsupdate unabsichtlich installiert haben?

Kontaktieren Sie bitte umgehend Ihr Data Solution Center, sobald Sie dies bemerkt haben.

Funktionsupdate, (reguläre) Updates – Was ist der Unterschied?

Funktionsupdates sind vereinfacht erklärt Heraufstufungen Ihres Windows-Betriebssystems, welche sich u. U. auch maßgeblich auf die Bedienung oder das Verhalten von Windows auswirken können. Es handelt sich häufig um Pakete mit einem Umfang von mehreren Gigabyte an Daten. Grob vergleichbar ist dies mit den in früheren Windows-Versionen erhältlichen „Service Packs“ oder sogar ganz neuen Windows-Versionen.

(Reguläre) Updates hingegen sind häufig eine Ansammlung von einzelnen Dateien, die von Microsoft i. d. R. an jedem zweiten Dienstag im Monat (Patch-Day) über das Windows Update verteilt werden. Sie werden nach dem Schema „KB1234567“ bezeichnet. Es handelt sich dabei meist um kritische oder wichtige Sicherheitsupdates, um optionale Updates oder auch um Gerätetreiber-Updates. So wird u. a. sichergestellt, dass bekanntgewordene Fehler oder Sicherheitslücken geschlossen werden.

Datenschutz-Optionen in Windows® 10

Unsere Empfehlung für den Einsatz von Windows® 10 in der Arztpraxis lautet – speziell bei Computern, die mit dem Internet verbunden sind – sämtliche Datenschutz-Optionen aufmerksam zu studieren und entsprechend zu konfigurieren.

Standardmäßig sind die Optionen so eingestellt, dass die unterschiedlichsten Nutzungsdaten erfasst und auf Microsoft-Server übertragen werden. Dies ist speziell in datenschutzkritischen Bereichen, wie es die Arztpraxis ist, oftmals nicht gewünscht und sollte daher entsprechend eingestellt werden.

Die Datenschutz-Optionen befinden sich unter „Start“, „Einstellungen“ und „Datenschutz“ und sind nach Kategorien gruppiert.

Win-10_Datenschutz

Haben Sie noch weitere Fragen? Sie erreichen uns von Montag bis Freitag zwischen 8 und 17 Uhr unter der Rufnummer: 0731 – 88 04 95 95 oder per E-Mail an: hotline@data-al.de